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Persönlichkeiten

Maria und Margot Hellwig Rosi Mittermaier
Müllner Peter
Traudl Hächer Ludwig Thoma Martina Zellner

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Müllner Peter

Der 1766 als jüngstes von zehn Müllerskindern in Sachrang geborene Peter Huber war ein hochbegabtes Bergdorf-Genie. Mit fünf Jahren spielte er bereits Harfe, mit zwölf schickte man ihn zur Ausbildung nach München. Sechs Jahre später kehrte er als Universalgelehrter in sein Bergdorf zurück und hat es nicht mehr verlassen. Er beherrschte die Orgel und alle gängigen Saiteninstrumente, befasste sich mit Sprachen, Astrologie und Pflanzenkunde, kopierte musikalische Werke und komponierte selbst Hunderte von Liedern (runde zwei Zentner Noten hat man später in seinem Nachlaß gefunden). Daneben betätigte er sich als erfolgreicher Heilpraktiker, eröffnete eine Apotheke, verfasste pharmazeutische Bücher und brachte es schließlich zum Bürgermeister. Ihm verdanken wir die Erhaltung und Ausschmückung der Ölbergkapelle. Als Schnitzer und Maler unterstützte ihn dabei sein aus dem Französischen eingewanderter Müllersknecht Thomas Grand d‘Oudel, dessen klangvollen Namen die Dorfbewohner etwas respektlos zu Thomas „Krautnudelumbajuwarisierten.

Weniger erfolgreich verlief die Ehe des Müllner-Peter mit der 16 Jahre jüngeren Maria Hell. Das Mädel schlug ebenfalls deutlich aus der Bergbauern-Norm: Vom Haushalt wollte sie nicht viel wissen; dafür war sie ebenfalls musikalisch begabt und fühlte sich zur Malerei und zum Schreinerhandwerk hingezogen. Zwei solch eigensinnig-genialische Köpfe gingen schlecht in einem Gespann zusammen. Nach nur vier Jahren war die Ehe beendet. Um so mehr widmete sich das Multitalent Peter Huber seinen vielfältigen Tätigkeiten. Am 19. August 1843 verstarb der Müllner-Peter, doch in seinem 1972 erschienenen Roman hat Carl Oskar Renner ihn unsterblich gemacht.

Müllner Peter alias Peter Huber

 

Ludwig Thoma

Der große Lausbub von Prien. "Der Chiemsee , wo der Blick über die blaue Bucht hinüber nach den Chiemgauer und Salzburger Bergen schweift! Wenn ich die Augen schließe, wo auch immer, erwacht in mir die Erinnerung an Stunden, die ich dort verträumte, den See rundum, den Himmel über mir..."

So gedachte der berühmte Dichter und Stückeschreiber Ludwig Thoma in reifen Jahren der Stätte seiner Gymnasiastentage, des Marktes Prien. Hier betrieb seine jung verwitwete Mutter von 1875 bis 1886 das einstige Hotel "Kampenwand", und in Prien ereigneten sich also wohl Thomas so gerne gelesene "Lausbubengeschichten".

Die Stelle des Hotels nimmt heute übrigens das Ludwig Thoma Gymnasium ein - späte Ehre für einen seinerzeit viel gescholtenen Schüler.


Ludwig Thoma (1867-1921)

 

Martina Zellner

Doppelweltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin im Biathlon im Jahr 1999
Goldmedaille in der Biathlon - Damen - Staffel bei Olympia 1998 in Nagano und Bronzemedaille bei der WM 1998 im Einzelverfolgungsrennen.

Martina Zellner

 

Traudl Hächer

Bronzemedaillengewinnerin im Riesenslalom bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Saalbach 1991

Traudl Hächer

 

Rosi Mittermaier

Rosi Mittermaier rückte ihren Heimatort 1976 ins Rampenlicht, als sie bei den Olympischen Winterspielen von Innsbruck zwei Goldmedaillen und eine Silbermedaille gewann. "Gold-Rosi" und ihre Winklmoos - Alm wurden in ganz Deutschland bekannt.

Rosi Mittermaier 1976

 

Maria und Margot Hellwig

Maria Hellwig und ihre Tochter Margot machten den Ort Reit im Winkl durch ihre zahlreichen Auftritte auf den nationalen und internationalen Bühnen sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte bekannt.

Maria und Margot Hellwig

 

Anni Friesinger

Inzell ist die Heimat- und Trainingsstätte der Weltklasse-Eisschnelläuferin Anni Friesinger.

Erfolge 1998:
Bronze Medaille über 3000 m bei den Olympischen Winterspielen in Nagano/Japan.
Weltrekordhalterin und Weltmeisterin

Anni Friesinger

 

Wastl Fanderl

Wastl Fanderl wurde nicht erst ab 1963, als er mit seiner Frau und den drei Töchtern Monika, Lieserl und Regina in das alte Martl-Anwesen in Stelzenberg einzog, ein Frasdorfer. Ein halber war er schon von Geburt an - seine Mutter Anna war eine Frasdorferin. Anna Voggenauer, wie sie mit Geburtsnamen hieß, wurde 1872 als Tochter des Johann Georg und der Anna Maria Voggenauer, Wirtsleute in Frasdorf (heutiger Gasthof Hochries der Fam. Mayrl), geboren. Johann Georg Voggenauer war ein Schwaigersohn von Niesberg (geb. 1845), der 1869 die Gastwirtswitwe Anna Maria Eisenrichter, geb. Schlosser, heiratete und Wirt in Frasdorf wurde. Die Anna Maria stammte von Oberprienmühle (“Schlossermüllner“), wo sie 1840 auf die Welt kam. 1864 hatte sie den Gastwirt Alois Eisenrichter geheiratet, der aber schon 5 Jahre später 47-jährig starb. Die Anna, die Mutter des Wastl Fanderl, heiratete 1898 den aus der Oberpfalz stammenden Bader Joseph Fanderl in Bergen. 17 Jahre später, am 24. Juni 1915, kam Wastl als 5. Kind und Nachzügler auf die Welt. Liesl Fanderl wurde am 2. Februar 1922 in Leogang als Tochter des bayerischen Försters Thomas Mayer und seiner Frau Anna geboren. Am 24. Februar 1945 heirateten die beiden in St. Anton bei Partenkirchen, wo Wastl stationiert war.

Als "Badersohn aus Bergen" (1915 bis 1991 - er selbst hat auch eine Bader- und Friseurlehre abgeschlossen), kommend zog Wastl Fanderl 1963 nach Frasdorf, wo er sich den "Martlhof" in Stelzenberg kaufte. Das von Fanderl gekaufte Bauernhaus - Vorbesitzer war die Familie Enzinger - wurde nach den Nachforschungen des Pfarrherrn bereits im Jahr 1662 das erste Mal urkundlich erwähnt und gehörte damals einem Georg Zottner. Über zehn Generationen wuchsen inzwischen auf diesem schön gelegenen Hof heran. Mit dem Zuzug von Fanderl ist der Chiemgau ein Mittelpunkt der Volkslied- und Volkstumspflege geworden, nachdem bereits mit Frau Anette Thoma weitere namhafte Vertreter der bayerischen Volkskunst im schönen Chiemgau eine Heimat gefunden hätten.

Immer mit frischen Blumen bedeckt ist die seit 1991 letzte Ruhestätte von Wastl Fanderl am Frasdorfer Friedhof. Seine Frau Liesl folgte ihm 1999 nach.  

Wastl Fanderl

Wastl Fanderl mit Zither

 

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Stand: 26. September 2002