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Berge bei Ruhpolding

Aibleck
Dürrnbachhorn
Gsengköpfl
Gurnwand
Hochgseng
Hochkienberg
Hörndlwand
Inzeller Kienberg
Kühstein
Peitingköpfl
Rauschberg
Rauschbergmassiv
Reiffelberge
Riestfeuchthorn
Sonntagshorn
Sonntagshorngruppe
Unternberg
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Südlich und südwestlich von Ruhpolding breitet sich ein vielgestaltiges Bergland aus: Unmittelbar am Südrand des Ortes das talüberhöhende Rauschberg-Massiv, vom Inzeller Kienberg im Osten bis zum vorderen Rauschberg im Westen. Dahinter im Südosten, fast isoliert, der mächtige Kuppelbau des Riestfeuchthorns. Durch das Schwarzachental vom Rauschberg getrennt die große Sonntagshorn-Gruppe mit vielen grünen Kämmen, einem Dutzend Gipfel und mit abweisenden Nordabstürzen.

Durch den Einschnitt des Staubbaches abgetrennt setzt sich der Bergzug des Sonntagshorns nach Westen fort, hinüber zum Dürrnbachhorn.

An den dominanten Bergzug der Sonntagshorn- und Dürrnbachhorngruppe schließt sich im Süden ein ausgedehntes, mildgeformtes, Bergland mit Weiden und Wäldern an — die südlichen Chiemgauer Alpen.

Im Südwesten von Ruhpolding erhebt sich das anmutige, felsenakzentuierte Kleingebirge Hochkienberg, dessen Höhen gleich bei den letzten Häusern von Ruhpolding schon ansetzen und im scheinbar eigenständigen Unternberg und Eisenberg aufschwingen zu einem Höhenzug, der fortgeht nach Westen, hinüber zur Hörndlwand und Gurnwand.

Die Ruhpoldinger zählen auch den Hochfelln zu ihren Bergen, nicht zu unrecht, zieht doch die Strohschneid direkt vom Hochfellngipfel herüber ins Tal dem Ruhpoldinger Kirchturm zu. Reichen nicht auch Nesselauer Schneid und Kratzlschneid, die von der Haaralmschneid herunterkommt, bis vor die Ruhpoldinger Wiesen? Schließlich sieht man aus dem Ruhpoldinger Tal den Hochfelln gegen den Nachmittag schimmern, und mehr als ein halbes Dutzend Wege führen von Ruhpolding zu seinen Höhen hinauf. Dennoch sei er gemäß allgemeiner Gepflogenheit zu den Chiemgauer Bergen gerechnet.

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Rauschbergmassiv

Der Talkessel von Ruhpolding beschließt im Süden eine breite, rauhe Bergwand, die Nordfluchten des Rauschbergs. Dieser streckt sich als felsiger Bergzug von Zwing im Weißbachtal bis Laubau im Tal der Seetraun. Er ist ein Teil des großen Wettersteinkalkzuges, der im Westen die steile Hochschartenwand und die jähen Nordwände des Hochkienbergs bildet und der im Osten drüben auch am Hochstaufen helle, steile Felsfluchten aufleuchten lässt. Dieser dichte, massive und ungeschichtete Kalkstein bildet auch die eindrucksvollen Steilabbrüche an den Nordseiten des Rauschbergmassivs. Charakteristisch sind die großen Sandreisen des Berges, die im Nordwesten von oben bis in den Talgrund ziehen.

Der Rauschberg wird südlich vom Tal der Schwarzachen begrenzt und nördlich von den Senken, in denen Ruhpolding und Inzell liegen. Durch einen Sattel ist das Rauschbergmassiv in einen östlichen Teil, den Inzeller Kienberg, und in einen westlichen Teil, den eigentlichen Rauschberg, getrennt. Der Inzeller Kienberg hat zwei nahe beieinanderliegende Haupterhebungen, den Streicher (1594 m) und den Zenokopf (1603 m). Der westliche Teil hat im Westen den Vorderen Rauschberg (1645 m), auf den die Seilbahn führt, und im Osten den Hinteren Rauschberg mit der höchsten Erhebung Roßgassenkopf (1671 m).

Der Rauschberg (Rauschenberg) und das gesamte Massiv haben den Namen vom Bergbau, der am Inzeller Kienberg betrieben wurde. Rausch bedeutet nämlich die Stükke Bleierz, die aus Galmei und wildem Gestein im Waschwerk als erste zu Boden sinken. Auch der Name des Talortes Schmelz deutet auf den ehemaligen Bergbau.

Im Winter ist der Rauschberg ein vielbesuchter Skiberg mit einer einst berüchtigten steilen Abfahrt durch die Roßgasse, aber auch mit einer zahmen Familienabfahrt, die um den Roßgassenkopf herum zwischen Rauschberg und Inzeller Kienberg nach Norden hinableitet. Im Sommer ist der Rauschberg, dessen Kamm von einem Netz von Wegen überzogen ist, manchentags von tausenden Seilbahnfahrern heimgesucht. Kiosk, Wirtsstuben, Wanderweg und Sitzbänke machen den Höhenaufenthalt bequem und dem Großstädter vertraut. Ein Alpenlehrpfad macht Gestein und Pflanzen bekannt.

Hier ist also reichlich Versorgung. Auf den anderen Bergen bei Ruhpolding sind kaum Hütten für den Wanderer. Man lasse sich durch Namen nicht täuschen. Zum Beispiel die Hörndlalm an der Nordseite der Hörndlwand ist keine allgemeine Unterkunft, sondern eine Bergwachthütte, also da gibt es weder Bier noch Bett.

Auf der wilden Nordseite der Sonntagshorngruppe fehlt jegliche Unterkunftsmöglichkeit. Erst wieder an den zahmen Südseiten dieser Berge, im Heutal, gibt es auf Alpengasthöfen Speis und Trank und Bleibe.

Inzeller Kienberg (Zenokopf und Streicher)

Der Inzeller Kienberg steigt als felsdurchsetzter Waldkamm von Zwing (ein Wirtshaus zwischen Inzell und Weißbach an der Alpenstraße) nach Westen über den felsigen Maierknogl (1303 m) zu einer mit Latschen bewachsenen Graterhebung und zum Zenokopf (1603 m). Weiter nach Westen senkt sich der Grat 10 Gehminuten zu einer Einschartung. Von dieser zieht ein Rücken nach Westen zum Streicher (1594 m), der ein großes metallenes Gipfelkreuz zu Ehren der Toten Bergkameraden trägt. Schöne Aussicht.

Streicher und Zenokopf haben nach Südwesten zum Kienbergsattel hin sanfte grüne Hänge, nach Norden felsige Abbrüche.

Weg auf den Inzeller Kienberg
Von Schmelz, Bergsteig, 2 1/2 bis 3 Stunden. Schmelz. heute vor allem ein großes Wirtshaus, liegt südlich von Inzell, unterhalb der Bundesstraße 305, Parkplatz. Der Weg führt an einer Kapelle Fahrisboden vorbei auf dem markierten Weg nach Südwesten den Berg hinauf. Auf dem ehemaligen Knappensteig kommt man über eine auffallende Steinhalde zu den wenigen baulichen Resten des ehemaligen Bergbaus. Der Ewig Gang und der Karlstollen, wo die Inzeller Knappen bis ins 19. Jahrhundert Blei und Galmei geschürft haben, sind vermauert. Auf dem markierten Weg bleiben, nicht rechts die Hänge hinauf!

Der Weg zieht in den von steilen Wänden schier verschlossenen Talgrund. Es wird steiler, und dann zeigt sich auch oben zwischen den Wänden des Zenokopfs (links und denen des Streichers (rechts) eine kleine Scharte. Zu ihr und von dort in 5 Minuten auf den Streicher und in 1/4 Stunde auf den Zenokopf.

Abstieg: Zur Kaitlalm nach Süden über den Kienbergsattel nach Norden.
Auch als Abstieg geeignet
Von Schmelz bzw. Endsee über den Kienbergsattel, Wanderweg, 3 Stunden.
Abstieg über Kaitlalm nach Zwing: Bergsteig, 2 Stunden. Von der Scharte zwischen Zenokopf und Streicher nach Südwesten. An der kleinen Skihütte vorbei in gleicher Richtung weiter zur Kienbergalm. Nun zuerst auf dem Weg nach Osten zur Kienbergjagdhütte und dann in Serpentinen nach Süden hinab zur Kaitlalm. Ein Bergsteig, der zum Teil an steilem Abhang vorbeifährt, bringt Schwindelfreie zum Gasthaus Zwing.

Sonntagshorngruppe

Der höchste Berg der Chiemgauer Alpen, das Sonntagshorn (1961 m), liegt inmitten der größten Berggruppe des Gebietes, eines Gebirges mit wildesten Schrofenwänden, mit gefährlich abweisenden grasdurchsetzten Steilfelsflanken (Bogenhorn) und mit sanften, sonnigen Grasalmgebieten (Heutal). Ein Gebirge voller Gegensätze, fremdartig und abstoßend hier und freundlich einladend dort.

Im Osten ragt aus dem Tal des vorderen Steinbaches der Kamm Bogenhorn (1476 m) — Bogenhornschneid nach Westen verlaufend zum Ochsenhorn (1615 m) empor. Es ist ein ringsum abweisender, steiler Rücken mit Wald, Gras und Fels. Er trifft sich im Aibleck (1756 m) mit einem Kamm, der von Nordosten aus Richtung von Weißbach a. d. Alpenstraße heraufwächst und der mit Hügeln beginnt, die zwischen dem Litzlbach, der Weißach und der östlichen Schwarzachen liegen. Diese niedrigeren Hügelrücken laufen zusammen im Augenstein (1584 m), von dem der deutliche Kamm des Unzentaler Riedel nach Südwesten zum Aibleck hinüberzieht.

Zum Aibleck zieht auch direkt von Norden ein felsiger Rücken hinauf. Was sich da an Kämmen beim Aibleck sammelt, führt in ein er felsigen Gratschneide nach Südwesten hinüber, vereinigt sich mit dem Grat, der vom hinteren Steinbach als Gernrücken zum Hochgern (1740 m) aufwächst und wendet sich nach Westen direkt zum Ostgrat der Pyramide des Sonntagshorns.

Zu dieser zieht von Norden die Hintere Kraxenbachschneid herauf. Nach Westen setzt sich der Hauptgratverlauf, der im Osten beim Bogenhorn begann, über den W-Grat des Sonntagshorns hinab zur Reifelbergscharte fort. Von ihr schwingt der Grat zu den Reifelbergen hinauf und über diese hinüber bis zum tiefen Einschnitt des Fischbachs. Die Reifelberge sind von Ost nach West: Das Hirscheck (1882 m), der Vorderlahnerkopf (1908 m), der Schwarzlahner, im topographischen Blatt Reifelberg genannt (1883 m), und der schwach ausgeprägte Fischbachkopf (1694 m). Zu diesem Kamm führt von Norden die Vordere Kraxenbachschneid.

Von Süden kommt ein ausgeprägter Grat vom Lahnkendlwald (etwa 2km westlich von Unken beginnend) über den Kühstein (1615 m) zum Peitingkopf (1720 m) herauf, der wiederum einen kleinen Kammzulauf von Westen her hat. Vom Peitingkopf senkt sich der Grat ein wenig zur Scharte über dem Roßkar ab und steilt dann als mächtiger, begrünter Südrücken zum Gipfel des Sonntagshorns. Die Sonntagshorngruppe ist vielfältig, teilweise sanft und grün, aber auch wild und alpin. Sie ist die größte Berggruppe der Chiemgauer Alpen, misst von Ost nach West 7 Kilometer, von Nord nach Süd 6km und bedeckt ein Gebiet von wenigstens 35 qkm. Ihre vier höchsten Gipfel sind zugleich die höchsten Gipfel der Chiemgauer Alpen.

Reifelberge

Der vom Sonntagshorn nach Westen ziehende Bergkamm mit den Gipfeln Hirscheck (1882 m), Vorderlahnerkopf (1909 m) und Schwarzlahnerkopf (Reifelberg) (1883 m) wird Reifelberge genannt. Der Kamm läuft mit einem sanften Grat nach Westen in den Fischbachkopf (1694 m) aus. Die Reifelberge sind nach Süden ebenmäßig und dicht bewachsen, nach Norden zeigen sie wie das Sonntagshorn brüchige Felsfluchten, die steil und tief niederstürzen.

Kletterführen an den Reife/bergen
Hirscheck-Ostgrat, I. Aus dem mittleren Kraxenbachkar über die Reifelbergscharte, brüchig.
Hirscheck, Zeller-Couloir (M. Zeller), V, sehr brüchig.
Hirscheck-Nordostwand (Pflanz und von der Pfordten), III+.
Vorderlahnerkopf-Nordgrat, aus dem mittleren Kraxenbach (J. Gmelch), II+, brüchig.
Vorderlahnerkopf — direkter Nordgrat, aus dem vorderen Kraxenbachtal (M. Zeller), III, brüchig.
Vorderlahnerkopf-Nordflanke II
Aus dem vorderen Kraxenbach bis zu der Hochmulde, aus der der Gießbach herabschäumt.
Schwarzlahnerkopf von Norden (J. Gmelch), II, brüchig. Aus der Dunklen Kammer über den vom Schwarzlahnerkopf nach Norden ziehenden, wenig zerrissenen Grat, sich stets am Grat haltend, zum westl. Gipfel der Reifelberge.
Schwarzlahnerkopf-Westgrat.
Aus der Dunklen Kammer direkt zum W-Grat.

Hochkienberg

Der Hochkienbergstock (Seehauser Kienberg) bildet im Norden ein wildes Felsgerüst mit den beiden Haupterhebungen Hörndlwand (1684 m) im Nordosten und Gurnwand (1692 m) im Westen.

Der Hochkienberg ist eines der landschaftlich reizvollsten und abwechslungsreichsten Gebiete der Chiemgauer Alpen. Romantische Talblicke, herrliche Fernsicht, malerische Nahbilder. Schroffe Felsen beleben die kurzweiligen Wege. Im Osten wird die Gruppe von der Talfurche des kleinen Förchensees, im Süden von der des Weitsees, Mittersees und Lödensees begrenzt. Im Norden ziehen milde Ausläufer mit Wald und Almen ins Urschlauertal. Im Westen schließen das Talbecken des Röthelmooses und das wilde Wappbachtal den Hochkienbergstock ab. Der Gurnwand sind westlich einige kühne Zacken angebaut: darunter das Goldwandl, das man nur vom Plateau des Hochkienberges aus erreicht.

Gurnwand

Die Gurnwand ist die höchste Erhebung der beiden Hauptgipfel des Hochkienberges. Ihr ausgedehntes Felsgerüst umzieht den gesamten Nordwestteil des Hochkienberges, schroff und wild zerklüftet.

Weg auf die Gurnwand
Gurnwandkopf vom Hochkienbergplateau. Bergsteig, 1/4 Stunde.

Vom Gröhrkopf

Vom Gröhrkopf in der Hochfellngruppe hin ins Ruhpoldinger Tal. In der Ferne der Staufen.

 

 

 

 

Vorderlahnerkop Gipfelkreuz

Vom Gipfel des Vorderlahnerkopfs zum Sonntagshorn.

 

 

 

Wiesen bei Ruhpolding

Aus den Wiesen bei Ruhpolding zu der Hochfellngruppe. Rechts außen der Hochfellngipfel, links außen die Ausläufer der Haaralmschneid

 

 

Sonntagshorn

Blick vom Sonntagshorn auf die Loferer Steinberge

 

 

Aussicht

Die großartige Aussicht vom Hochfelln nach Osten auf das Ruhpoldinger Tal mit Rauschberg, Unterberg und Sonntagshorn. Am Horizont leuchtet die Kette der Berchtesgadener Berge

 

 

Reifelberge

Reifelberge und anschließend der lange Kamm des Dürnbachhorns.

 

 

Hörndlwandgipfel

Hörndlwand Gipfel

 

 

Hörndlwand

Südwand der Hörndlwand

 

 

Gurnwand

Blick zur Gurnwand von der Jochbergalm

 

 

 

Rauschberg (1645 und 1671 m)

Der Rauschberg bildet den breiten Hintergrund des Kessels von Ruhpolding. Das östliche Eck dieses Höhenzuges der Roßgassenkopf (1671 m). Er bricht nach Osten zum Kienbergsattel mit Wänden ab und schickt nach Norden einen rauhen Felskamm, dessen Wände nach Norden ins unwirtliche Steilkar der Roßgasse abstürzen. Der Roßgassenkopf setzt sich mit der Roßgassenscharte einer kleinen Erhebung ab, die als westliche Begrenzung der Roßgasse einen zweiten Felskamm nach Nordosten sendet. Geographisch heißt der Bereich um die Roßgasse der Hintere Rauschberg. Von ihm zieht ein Gratrücken hinüber zum Vorderen Rauschberg, dessen westliches Eck die Seilbahnstation überdeckt. Der Vordere Rauschberg trägt östlich der Station ein Gipfelkreuz.

Der Rauschberg wurde als erster Berg der Chiemgauer Alpen mit einer Bahn erschlossen. In 5 Minuten erreicht sie den Kamm, und in weiteren 5 Gehminuten ist man am Gipfelkreuz. Die Aussicht nach Norden ins flache Land hinaus ist zwar durch Hochgern, Hochfelln und Staufen eingegrenzt, aber dadurch auch malerisch flankiert. Die Aussicht nach Süden in die langen wilden Gräben der Kraxenbäche am Sonntagshorn und hinüber zu den Berchtesgadener Bergen fasziniert. Sie allein wäre schon eine Auffahrt oder einen Anstieg wert. Im Südwesten zieht der Kamm des Dürrnbachhorns. Im Westen ragt der Fels der Hörndlwand aus grünem Hanggebirg. Ringsum Bergland wie aus dem Bilderbuch der Geomorphologie.

Wege auf den Rauschberg
Von Labenbach über den Kienbergsattel. Guter Wanderweg durch den Wald. 3¼ Stunden. Auch bequemer Abstieg.
Von Labenbach durch die Roßgasse. Steiler Bergsteig, 2 Stunden. Reizvolle Felsszenerie. Als Anstieg mühsam. Günstig als kurzer Abstieg, 1¼ Stunden. Aber nur für geübte, trittsichere Geher und nur bei gutem Wetter. Im Winter eine der rasantesten Skiabfahrten der Chiemgauer Alpen.
Von Rauchenbichl. Steiler Bergsteig, erfordert Orientierungssinn, nicht bezeichnet, 2 Stunden. Eindrucksvoll. Nur für erfahrene Bergsteiger.
Abstieg nach Süden und Westen zum Nordfuß des Rauschberges. Wanderweg, ein Stück Bergsteig, 2 Stunden.
Abstieg nach Süden über die Sackgrabenalm nach Laubau. Wanderweg, 2 Stunden.

Rauschberg

 

Rauschberg im Winter

 

Riestfeuchthorn (1569 m)

Im Weißbachtal ragt ein dunkler Bergrücken hoch auf. Bedrohlich fast. Wenn man von Inzell kommt und die Alpenstraße nach Schneizlreuth fährt, scheint er das Tal beim Mauthäusel zu verschließen. Zur Mauthäuselhöhe hin zeigt der Berg steile felsige Nordfluchten, nach Osten und nach Süden steile Waldhänge, die immer wieder von Felswänden unterbrochen werden. Nur nach Westen ziehen gleichmäßige Waldhänge hinab.

Das Riestfeuchthorn ist der östlichste Gipfel der Berggruppe zwischen der Seetraun, dem Weißbach und der Saalach. Auf der Landkarte erscheint die Gruppe wie ein Ausläufer der gewaltigen Sonntagshorngruppe, der nur durch den Sellarnalmboden und die zwei tiefeingeschnittenen Furchen des Scharnbaches und des vorderen Steinbaches getrennt ist.

Wege auf das Riestfeuchthorn
Von Schneizlreuth. Schmaler Wanderweg, 3 Stunden. Der kürzeste Aufstieg (2½ bis 3 Stunden) beginnt beim Gasthaus Post, etwa 300 m südöstlich von der Einmündung der Straße Schneizlreuth—Unken in die Bundesstraße 305 P.
Abstieg vom Riestfeuchthorn entweder auf demselben Weg zum Gasthof  Post oder nach Riestfeucht und Melleck oder durch den Scharnbachgraben hinaus nach Weißbach an der Alpenstraße.

Riestfeuchthorn

 

Aibleck (1756 m)

Vom Staufen herüber gesehen ist das Aibleck ein kühn aussehender steiler Felsspitz, vom Rauschberg ein deutlicher eigener Nebengipfel des Sonntagshorns und aus dem Kar des hinteren Kraxenbachs ein stattlicher Berg, dessen Wände, wären sie nicht so brüchig, den Bergsteiger sehr reizen würden.

Wege auf das Aibleck
Von Weißbach an der Alpenstraße. Normalanstieg durch das Unzental. Bergsteig, 3½ Stunden. Gleich nach den letzten Häusern (Cafe Litzlbach) geht der Weg nach links über den Litzlbach (wie der Weg auf das Riestfeuchthorn) und zweigt sofort nach dem Bach wieder rechts ab. Schild.
Abstieg: Am besten auf dem gleichen Weg.
Von Laubau über Schwarzachenalm durch den Hinteren Kraxenbach. Bergsteig. 4 Stunden. Etwa 4km südlich vom Ortszentrum Ruhpolding in der Laubau Parkplatz.

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Sonntagshorn (1961 m)

Das Sonntagshorn ist der höchste Berg der Chiemgauer Alpen. Aus mancher Sicht ist er auch der schönste — von Norden eine ebenmäßige Pyramide, von Süden reichen Wiesen und Latschen bis zum Gipfel hinauf.

Am Sonntagshorn, den Reifelbergen und bis hinüber zum Dürrnbachhorn scheiden sich Nord und Süd eines Berges so drastisch wie selten irgendwo im Bayerischen Land. Auf der Sonnenseite ist alles grün, am Hauptgipfel borstiges Gras von Rindern und von Menschen vertreten, an den ansch1ießenden Reifelbergen latschenverstrüppt. Im Sommer alles heiß, sonnig, voller Wuchs und Licht.

Auf der anderen Seite aber, im Norden, bricht es bös hinab.  Da zerfällt der Berg mit Geschröf, abschüssigen Platten und Steilgeröll. Wild und tot und kalt und im Schatten. Die Erosion der Jahrtausende hat tiefe Furchen geschürft. Die drei gewaltigsten heißen die Kraxenbachgräben.

Das Sonntagshorn und seine Trabanten sind Schulbild für Formationen, für Gestalt und Zerfall.
Man muss Geschröf und Latschenverhau besonders lieben, also man muss schon zu den masochistischen Bergsteigern zählen, um in solcher Wüstenei herumzukraxeln.

Man muss so ein Kerl wie der alte Lehrer Gmelch sein. Er suchte sich Wege durch diese Ode der tausend Meter hohen Nordfluchten.

Er kroch durch solche Abstürze aus Stein und Lehm und Schutt und kletterte wagemutig über zerbrechende Grattürme. Er tat es wie drüben in den Walchenseebergen, in der Jochberg-Nordwand, so auch hier an der Nordseite des Sonntagshorns. Er ging — allein — über Grate, die auch einen tüchtigen Bergsteiger von heute das Fürchten lehren können. Man braucht viel Schneid, um eine solche Kraxenbachschneid zu begehen.

Noch verrückter war vielleicht nur noch der Herr Ingenieur Max Zeller, der fast senkrechte Rinnen durchstieg, die nur zusammengekleistert zu sein scheinen aus rotem Lehm und gelbem splittrigem Gebrüch. Wer durchkam, stiftete im Tal eine Kerze. Gott sei Dank werden seine Routen nicht mehr geklettert. Es genügt schon, dass die Leute durch das mittlere Kraxenbachkar aufs Sonntagshorn gehen und die letzten 60 Meter nah bei Zellers verrückten Wegen in der eingebuchteten, viel sanfteren, aber immer noch brüchigen Steilstufe hinaufklettern. Da sind immer wieder Übermütige herabgefallen. Die alten Ruhpoldinger und der Chronist wissen von den Toten zu erzählen.

Überhaupt ist das Sonntagshorn oben am Grat und überall auf der Nordseite ein gefährliches Gebirg. Da sollte keiner, der nicht mit allen Wassern der Alpinistik gewaschen ist, vom Weg abgehen.

Die grüne Südseite des Sonntagshorns gehört zum Land Salzburg. Die Grenze läuft über den Gipfel. Die finsteren Nordflanken sind bayerisch.

Das Sonntagshorn trägt seit 1988 ein kleines eisernes Gipfelkreuz. Die Schau vom Sonntagshorn reicht bei schönem Wetter im Osten vom Dachstein über schöne Blicke in die Berchtesgadener Alpen und auf die Reiteralm hinüber zu den Loferer Steinbergen. Dahinter sieht man die Tauern und viele Zentralalpengipfel.

Wege auf das Sonntagshorn
Von Melleck. Landschaftlich schöner Wanderweg durch das Steinbachtal. 4 Stunden.
Von Unken durch das Heutal. Wanderweg, vom Heutal 2½ bis 3 Stunden.
Von Unken über den Peitingkopf. Wanderweg über den Hölzlkaser und die obere Hölzlalm, 4 Stunden.
Von Weißbach an der Alpenstraße durch das Unzental und nah am Aibleck vorbei. Bergsteig für Trittsichere und Schwindelfreie, 4½ Stunden.
Von Laubau über den Hinteren Kraxenbach und den Ostgrat. Bergsteig, nur für Trittsichere und Schwindelfreie. Gut 4 Stunden von Laubau, 3 1/2 Stunden von Schwarzachenalm.
Von Laubau durch das Fischbachtal und das Heutal.

Kletterführen am Sonntagshorn
Nordgrat, Hintere Kraxenbachschneid (J. Gmelch), III; brüchig.
Nordwestwand, aus dem mittleren Kraxenbachkar, II; brüchig.
Nordwand, Zeller Weg (M. Zeller), III; brüchig.
Westgrat, aus dem mittleren Kraxenbachkar, I, eine Stelle II; Wandhöhe zum Grat etwa 60 m.

Höhle vom Sonntagshorn. Nicht weit unter dem Gipfel, in 1940 m, ist der Eingang zu einer trockenen Schachthöhle. Sie ist 760 m lang und hat einen Gesamthöhenunterschied von 230 m. Reicher Tropfstein- und Sinterschmuck. Aber der Ungeübte darf sich nicht in das Abenteuer der Befahrung stürzen. Die Höhle fordert mehrere Schachtabstiege, die gute Ausrüstung und Kondition verlangen. Auch klettertechnische Schwierigkeiten müssen überwunden werden. Tief unten ist eine Halle (Unkener Dom), über 30m lang, l0m breit und etwa 30m hoch.

Sonntagshorn

Das Sonntagshorn

 

 

Sonntagshorn

Peitingkopf und Sonntagshorn

 

 

Gipfelkreuz

Gipfelkreuz am Sonntagshorn

 

Tipp: www.sonntagshorn.de 

 

Peitingköpfl (1720 m)

Vom Sonntagshorn zieht ein schwach ausgeprägter, im Osten felsiger Kamm nach Süden zu einem Sattel, von dem der Kamm wieder ansteigt zu einem Felskopf, dem Peitingköpfl. Als Gipfel im Zusammenhang mit dem Sonntagshorn nennenswert.

Anstieg von Unken. 3 Stunden, Wanderweg.

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Kühstein (1615 )

Der Süd-Kamm des Sonntagshorns, der sich zum Peitingköpflschwingt, zieht weiter zum Kühstein, einem für sich

unbedeutenden Gipfel, der aber eine hervorragende Aussichtskanzel für den Blick auf die Reiteralm ist. Der Kühstein bricht nach Osten felsig ab, entsendet den Kamm weiter nach Süden zu steilen grünen Hängen, die sich Unken zuneigen, und fällt nach Westen mit steilen Wiesen ins Heutal.

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Hochgseng (1537 m)

Zwischen dem Südkamm des Sonntagshorns (mit Peitingköpfl und Kühstein) und dem südlichen Ostgrat des Sonntagshorns (Gernrücken) ist ein kleiner, von Nordosten nach Südwesten gehender Höhenzug eingelagert. Seine höchste Erhebung ist der Hochgseng. Anstieg entweder vom Hölzlkaser nach Nordost den Rücken hinauf oder von der oberen Hölzlalm nach Osten zum Gipfel.

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Gsengköpfl (1456 m)

Der Kammverlauf, dessen höchste Erhebung der Hochgseng ist, bildet ein nordöstliches Eck, das Gsengköpfl, ehe er endgültig in das Tal des Steinbaches hinunterzieht. Vom Hochgseng weglos zu erreichen. Achtung! Nicht nach Nordosten am Kamm absteigen. Dort wird es steil und steiler und zuletzt ungangbar.

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Dürrnbachhorn (1776 m)

Der Kamm Dürrnbachhorn — Wildalphorn bildet jenseits des Fischbachtales eine westliche Fortsetzung des Zuges Sonntagshorn — Reifelberge. Das Dürrnbachhorn weist, ähnlich wie das Sonntagshorn und die Reifelberge, nach Süden geneigte Hänge mit Wald, Wiesen, Krummholz und Zwergstrauchheiden auf, zeigt aber nach Norden steile Abstürze, die in wilde, tief eingerissene Gräben, die sogenannten Wilden Hausgräben, übergehen.

Wege auf das Dürrnbachhorn
Von Winklmoos, Sessellift und Bergsteig. Von der Bergstation 20 Minuten, zu Fuß von der Talstation 1 1/2 Stunden.

Kletterführen am Dürrnbachhorn
Von Norden, I.
Nordwand, aus dem Langen Hausgraben, II.
Nordgrat (M. Zeller), III, brüchig.

Dürrnbachhorn

 

Wildalphorn (1690 m)

Der Grat des Dürrnbachhornkammes hat im Westen den Gipfel des Dürrnbachhorns und im Osten den schwach ausgeprägten Gipfel Wildalphorn. Wie das Dürrnbachhorn zum Lödensee, nach Seegatterl und Winklmoos hin orientiert ist, so fallen die Flanken des Wildalphorns nach Seehaus, Laubau und ins Heutal hinab. Der Grat zwischen beiden Gipfeln ist für Schwindelfreie verhältnismäßig leicht zu begehen und bietet eine der schönsten Gratwanderungen in den Chiemgauer Alpen.

Wege auf das Wildalphorn
Vom Dürrnbachhorn. Bergsteig für Trittsichere, 3/4 Stunde. Vom Dürrnbachhorn den knapp 2km langen Grat nach Osten. Großartige Tiefblicke nach Norden, weite Fernsichten nach Süden und Südosten.
Abstieg: Zurück bis halbwegs der Abstieg nach Süden als deutlicher Steig hinabführt und über die Wiesenmatten zurück.

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Unternberg (1450 m)

Grüner Berg im Südsüdwesten von Ruhpolding. Touristisch voll erschlossen mit Wanderwegen, Wirtshäusern, Sesselbahn. Skipisten und Drachenfliegerplätzen. Guter Blick auf Ruhpolding. Ausgangspunkt für eine Wanderung zur Hörndlwand.

Wege auf den Unternberg
Von Ruhpolding. Wanderweg, 2 1/2 Stunden. Über den Ortsteil Buchschachen nach Brandstätt. Auf dem Wanderweg von dort über die Raffner-Alm.

Übergang Unternberg-Hörndlwand
Von den Unternberg-Almen auf dem Weg nach Westen, jedoch bei dem Schild »Nach Seehaus« nicht links hinab, sondern geradeaus weiter. Um den Durlachkopf herum, an der Simandl-Alm vorbei zur Brander-Alm. Von dieser entweder durch das schöne Ostertal oder über die Hörndlwand und durch die schwierigeren Wassergräben zum Sattel zwischen Hörndlwand und Gurnwand. Koppelt man diesen Übergang mit dem Abstieg an der Gurnwand zum Röthelmoosbach und hinaus zum Weitsee, hat man eine großzügige Bergwanderung von 6 bis 7 Stunden.

Eisenberg (1488m)
Von Ruhpolding gesehen steht er ebenbürtig westlich neben dem Unternberg. Von diesem ist er nur durch den Sattel bei der Unternberg-Alm leicht getrennt. Der touristisch nicht erschlossene und bis oben wildbewachsene Berg ist von der Unternberg-Alm weglos zu ersteigen (200 Höhenmeter).

Durlachkopf (1395 m)
Von Seehaus ein 600 m hoher Bergrücken. Am Kammverlauf vom Unternberg zur Hörndlwand ein knapp 100 m hoher Kegel, an dem der Kammweg nördlich und westlich vorbeiführt. Vom Kammweg aus nach Nordnordosten in 15 Minuten weglos zu ersteigen.

Sulzgrabenkopf (1521 m)
Eine wohlgestaltete kleine Gipfelpyramide, dort wo der vom Unternberg kommende Kamm mit dem von der Hörndlwand nach Norden gehenden Kamm zusammenkommt. Guter Blick auf die Nord-Abstürze der Hörndlwand. Von der Hörndlalm auf dem nach Nordosten und Norden ziehenden Kamm zu ersteigen; 3/4 Stunde.

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Hörndlwand (1684 m)

Die Hörndlwand ist nach der Kampenwand der bedeutendste Kletterberg der Chiemgauer Alpen. Sie ist darüber hinaus eine der eindrucksvollsten Felsgebilde in den nördlichen Kalkvoralpen. Die Hörndlwand hat im Westen tiefe, zerrissene, mit Latschen durchsetzte Fluchten, die sogenannten Wassergräben. Im Norden und Osten fällt sie in senkrechter Flucht 200 bis 250 m in Geröllfelder ab.

Noch weiter im Osten bildet sie von einer Scharte ab einen langen und zersägten, im oberen Teil mit Latschen bewachsenen Ostgrat. Im Süden stürzt eine 150 Meter hohe Wand ins Kar nieder. Zwischen dieser Südwand und einem schrofigen Höhenrücken steigt nach Westen das Ostertal an.

Wege auf die Hörndlwand
Durch das Ostertal. Wanderweg und Bergsteig. Ab Seehaus 2 1/2 Stunden über die Branderalm und durch das Ostertal.
Von Seehaus über Branderalm und Hörndlalm. Bergsteig, 2 1/2 Stunden, nur für Geübte und Schwindelfreie.
Abstieg: Hörndlwand — Lödensee. Steiler Bergsteig. 1 1/2 Stunden. Vom Scharterl zwischen Hörndlwand und Gurnwandkopf.

Hörndlwand

 

 

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Stand: 26. September 2002