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Der Chiemgauer

Friedrich Wilhelm

Untergang des Titanic
Am einfachsten wä´r doch alles beim Alten zu lass´n

(fw) 19.05.02 - Seit 268 Jahr erscheint in London die Zeitung „Lloyd Lists“ für die Handelsschifffahrt, und wird in der ganzen Welt  gles´n. Und jetzt meint der Chefredakteur Julian Brady, dass die Schiffe nicht mehr weibliche Namen erhalten soll´n, also mit „sie“ ogre´d werd´n soll´n, sondern geschlechtslos mit „es“. Weil des überholt ist, so die Redaktion. Bei da Titanic heißt es dann nicht mehr, „sie“ ist unterganga, sondern „es“ ist unterganga.

Natürlich hat´s sofort Protest geb´n. Die Royal Navy und auch andere Reedereien woll´n weiterhin weibliche Schiffe, mit der Begründung, ihre Schiffe hätt´n eine Seele. Und die meisten betrachten die Schiffe als weiblich, weil sie teuer und schwierig zu handhab´n sind, ebenso wie Frauen.

Also, ich als nicht „Schiffer“, kenn mich zwar net so aus, aber irgendwie hab´n die Reeder do schon Recht. Aber ich bin halt auch ein Mann wie die meisten in der Schifffahrt und verliebe mich lieber in Frauen, deshalb gfall´t uns die weibliche Anrede besser. Bei Frauen schaut das wahrscheinlich etwas anders aus. Aber wia de dann auf „es“ kumma? Ah, so, „der“ passt denen nicht. Warum denn eigentlich? Na, ja, wie die Reeder schon gsag´t hab´n. Die „Schiffe“ sind teuer und ... 

Am einfachsten wä´r doch alles beim Alten zu lass´n, dann müssten wir, de wir uns ja sowieso nicht auskenna, nichts neues merk´n. Oder was meinen „sie“, ä meint´s „es“? Sehn´s, so passiert´s. Und da soll sich noch einer zurechtfind´n. Erst ham´s uns des Deutsch g´ändert, jetzt wolln´s schon wieder was. Ist denn des Alte nichts mehr wert? Muss denn immer was Neues her?

Untergang „des“ Titanic. Ja meinen die, ich papp jetzt überall einen neuen Titel drüber!

Euer Chiemgauer

 

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Stand: 23. November 2009