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Der Chiemgauer

Friedrich Wilhelm

Über Aufschwung wird g´red...
Angsicht´s der Pleitewelle die seit Jahren über Deutschland und auch Bayern rollt

(fw) 19.05.02 - Laut dem Geschäftsklima-Index des Münchner ifo-Instituts für den Freistaat sprang der Aufschwung im März von minus 14,4 auf ein minus von 5,7 Punkte. Die Mehrheit der bayerischen Unternehmer erwarten seit dem Januar 2001 eine Verbesserung.

Angsicht´s der Pleitewelle die seit Jahren über Deutschland und auch Bayern rollt, is des kaum glaubhaft. Aber man sagt, immer beim Anrollen der Konjunktur ist der Höchststand der Insolvenzen zu verzeichnen, nämlich bis die finanziellen Polster aufbraucht word´n san. Na ja, eine Pleite weniger und es geht bergauf. Bei dieser Menge an Pleiten der letzten Jahr`, meint man, es könnt ja gar nicht mehr schlimmer werd´n. Es muss ja eigentlich irgendwann wieder bergauf geh´n.

Aber die Personalpläne der Firmen zeigen trotzdem immer noch nach unten. Da braucht´s schon mehr Aufschwung sagen die Unternehmer. Na ja, wenn man die Bauwirtschaft so anschaut, dann wird´s sicher noch lang dauern. Und san wir uns doch mal einig, wir brauch´n uns doch blos a bisserl umschaugn. Ob´s in der nächst´n Kneip´n ist oder im Supermarkt, in den Auftragsbüchern der kleinen bis mittleren Firmen  oder ganz einfach an der Würst´lbude, überall begegnet uns die „Gähnende Leere“.

Alle Selbständige werd´n mir recht geb´n , dass sie die letzten Jahr ihre Gürt´l immer enger gschnoit ham. Und auch jetzt ist des letzte Loch noch nicht rein´gmacht. Fast jeder Arbeitnehmer jammert über die „Leere“ im Geldbeut´l noch bevor der Monat vorbei ist. Und das mehr denn je. Allein seit Anfang des Jahres ist der Benzinpreis enorm gestiegen. Die Lebensmittel, insbesonders Obst und Gemüse ist teuer wie noch nie. Die Gastronomie hat kräftig seit der Euro-Einführung die Schraub´n nach oben ´dreht. Wo man hinsieht, vieles wurde einfach teurer.

Meinen die mit dem Aufschwung etwa die Preisschraube? Dass die hier mit zweierlei Maß mess´n, fällt richtig auf. G´meint ist sicher die Aufschwungfase der Multikonzerne, die aber für den Aufschwung tausende Arbeitnehmer ausschwingen lass´n. Eine sehr beliebte Methode der „Oberen“.

Aufschwung. Abschwung. Bauchschwung. Wo ist hier der Unterschied? Schönrederei oder Ablenkung vom eigentlichen Problem? Schlagn´s die Zeitung auf. Heut steh´t was vom Aufschwung und ein paar Seit´n danach was von den Pleiten die sich vermehren, morgen was von den Firmenchefs die einen kleinen Lichtblick am Horizont seh´n und wieder ein paar Seit´n weiter, die Arbeitslosenzahlen sind gestiegen, die Lebenshaltungskosten haben sich erhöht und die Benzinpreise sind wieder gestiegen. Lauter „Hiobsbotschaften“ aber vom Aufschwung wird g´red.

Euer Chiemgauer

 

 

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Stand: 23. November 2009